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Chronik

Geburtsstunde der Idee

"Als wir uns zu dritt - zwei Kommilitoninnen und ich - im Sommersemester 2004 zusammenschlossen, um kurz vor der Unternehmensrechnung-Klausur unsere offenen Fragen zu klären, erklärten mir die beiden anderen Komilitoninnen bei einem Punkt das Gegenteil, obwohl ich mir davor 100% sicher war, dass das anders ist. Ich war den beiden sehr sehr dankbar und bestand die Klausur mit einem guten Ergebnis. Dieses Gefühl der Dankbarkeit und die Erkenntnis, dass der Austausch mit anderen sehr wertvoll ist, brachten mich auf die Idee die Lerngruppen zu initieren. Im darauffolgenden Semester sprach ich zwei Finanzen-Professoren Herrn Prof. Reinhard H. Schmidt und Herrn Prof. Jan Pieter Krahnen darauf an, die Lerngruppen bereits zum Semesterbeginn zu organisieren. Beide haben die Idee gut empfunden. Das war die Stunde der Geburtsstunde der Idee der organisierten selbstgesteuerten Lerngruppen."
                                                                                                                                                                                                                       Natalie Gold (damals N. Tutyk)

Pilotprojekt

Im Wintersemester 2004/2005 kam das Pilotprojekt "Learning by Doing - Every Student Is Also A Teacher!" zustande, welches sich an die Studierenden im Vertiefungsstudium richtete. Für die ersten neun Lerngruppen unterschiedlicher Größe mit insgesamt ca. 40 Teilnehmern wurde u.a. die Bibliothek des Finanzen-Lehrstuhls zur Verfügung gestellt und die Gruppen konnten sich von Semesterbeginn an einmal wöchentlich treffen, um gemeinsam zu lernen.
 

Student Learning Center (SLC)

Im Sommersemester 2006 wurde das Student Learning Center (SLC) unter Mitwirkung des Studiendekans Herrn Prof. Dr. Uwe Walz gegründet, welches die Lerngruppen in acht bis zehn Lehrveranstaltungen im Vertiefungs- und Spezialisierungsstudium anbot. Im Zeitraum bis zum Wintersemester 2006/07 organisierte und begleitete das SLC bis zu 102 Lerngruppen mit jeweils 6-7 Personen (insgesamt ca. 300 Teilnehmer) pro Semester im Rahmen der damals ablaufenden Diplom-Studiengänge in BWL und VWL.
Das Projekt wurde im Zeitraum vom Wintersemester 2004/05 bis zum Wintersemester 2006/07  (sechs Semester) im Rahmen der Qualitätsoffensive "Lehren - Lernen - Forschen" der Goethe-Universität umgesetzt.

Die erste Phase des Hauptstudiums, das Vertiefungsstudium genannt, sah Großveranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmern vor. Es wurden keine Tutorien wie im Grundstudium mehr angeboten. Die Studierenden sollten sich die Inhalte überwiegend selbst erarbeiten.

Inspiriert wurden die Initiatoren durch die Ideen der Bologna-Reform wie aktive Rolle der Studierenden, Mitbestimmung sowie Vermittlung von Schlüsselqualifikationen.

Das Projekt "Organisierte selbstgesteuerte Lerngruppen" des SLC verfolgte ein doppeltes Ziel, zum einen fachliche Kompetenzen der Studierenden zu verbessern und zum anderen deren soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Selbstorganisation, Kommunikations- und Führungsvermögen zu fördern.

Die Vermittlung dieser Schlüsselqualifikationen sollte nicht in den zusätzlich angebotenen so genannten "Soft-skills"-Seminaren erfolgen, sondern direkt in die reguläre Lehre integriert werden.

 

Das Programm beinhaltete:

  • Organisation von selbstgesteuerten Lerngruppen
  • Qualifizierung der Koordinatoren und Teamleader unter Mitwirkung der Deutschen Bank und der Helaba Bank
  • Unternehmensbesuche (EZB, Helaba)
 
Umsetzung:

Wintersemester 2004/05      Pilotprojekt "Learning by Doing: Every Student is also a Teacher!" (40 Teilnehmer)

Sommersemester 2005        40 Lernteams (120 Teilnehmer)

Wintersemester 2005/06      73 Lernteams (240 Teilnehmer)

Sommersemester 2006         80 Lernteams (260 Teilnehmer)

Wintersemester 2006/07      102 Lernteams (300 Teilnehmer)

Insgesamt nahmen am Programm mehr als 960 Diplom-Studierende teil.

 
Zusammenfassung:

Durch das Student Learning Center wurden die institutionellen Rahmenbedingungen für Kleingruppenarbeit innerhalb von großen Lehrveranstaltungen geschaffen. Der besondere Charakter des Konzepts basierte auf einem Zusammenspiel von freiwilliger Teilnahme und gleichzeitig verbindlichen Absprachen über die Art und Weise der Kooperation. Das Interesse und hohe Beteiligung der Studierenden sowie die kontinuierliche Arbeit der Gruppen bis zum Semesterende bestätigen den Erfolg des Konzepts. 

Durch eine aktive Teilnahme der Studierenden am Programm "Organisierte selbstgesteuerte Lerngruppen" entstand eine Lerngemeinschaft, die die Lernkultur am Fachbereich prägte. Diese förderte Kooperation, gemeinsame Verantwortung und die Initiative, aktiv zu werden. 

In den regelmäßigen Lernsitzungen hatten die Beteiligten die Möglichkeit, neben ihren fachlichen Kenntnissen auch ihre persönlichen und sozialen Fähigkeiten zu entwickeln wie z.B. Organisations- und Selbssteuerungsvermögen, Fähigkeit, sich über fachliche Inhalte auszutauschen, Kritik- und Konfliktfähigkeit.

Darüber hinaus bot das Projekt den Studierenden die Möglichkeit, als Koordinatoren und Teamleader sich zu engagieren und dabei ihre Führungskompetenzen auszubauen. In begleitenden Schulungen konnten sie sich für diese Aufgaben zusätzlich qualifizieren.

Die von den Koordinatoren organisierten Unternehmensbesuche wurden von den Teilnehmern gerne angenommen und geschätzt.

 

OFIN-Team-Learning

 Als Nachfolgeprojekt des SLC wurde das Projekt "OFIN-Team-Learning" für HörerInnen der Veranstaltung von  Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard H. Schmidt, "Finanzen 1" (OFIN) im Rahmen des Bachelor-Studiengangs "Wirtschaftswissenschaften", einer Pflichtveranstaltung im ersten Semester an der Goethe-Universität Frankfurt, angeboten.

Das Programm wurde im Zeitraum vom Sommersemester 2010 bis zum Sommersemester 2013 (sieben Semester) umgesetzt und aus den Mitteln zur Verbesserung der Studienbedingungen und der Lehre (QSL) finanziert.

Das Rahmenkonzept der Lehrveranstaltung sieht Vorlesungen, Übungen und Tutorien vor. Diese Pflichtveranstaltung mit über 600 Teilnehmern stellt häufig eine Überforderung für die Studienanfänger dar, trotz eines vielfältigen Angebotes von Übungen und Tutorien.

Um die Studierenden zu unterstützen, ihr Selbststudium effizient zu organisieren, wurde das Programm "OFIN-Team-Learning" angeboten. Dieses beinhaltete neben der Organisation von selbstgesteuerten Lerngruppen die Bereitstellung zusätzlichen Lernmaterials für die Arbeit in den Gruppen. 

Das Projekt hatte zum Ziel, den Bachelor-Studierenden zu einem aktiven und selbstgesteuerten Lernen zu verhelfen, um ihnen den Einstieg in das Studium zu erleichtern und sie dabei zu unterstützen, die Anforderungen des Hochschulstudiums erfolgreich zu bewältigen.

 

Das Programm beinhaltete:

  • Das Selbststudium-Modul bestehend aus den Selbststudiums-Materialien und den organisierten selbstgesteuerten Lerngruppen
  • Unternehmensbesuche für Teamleader (EZB, Deutsche Börse)

 

Umsetzung:

Sommersemester 2010         Pilotphase: Entwicklung des Selbstudiums-Moduls, 6 Lernteams (36 Teilnehmer)

Wintersemester 2010/11      14 Lernteams (84 Teilnehmer)

Sommersemester 2011         14 Lernteams (76 Teilnehmer)

Wintersemester 2011/12       44 Lernteams (266 Teilnehmer) / Besucher der Deutschen Börse, Frankfurt (70 Teilnehmer)       

Sommersemester 2012         56 Lernteams (305 Teilnehmer) / Besuch der Europäischen Zentralbank, Frankfurt (25 Teilnehmer)

Wintersemester 2012/13       35 Lernteams (213 Teilnehmer) / Besuch der Europäischen Zentralbank, Frankfurt (29 Teilnehmer)

Sommersemester 2013          45 Lernteams (255 Teilnehmer)

Insgesamt nahmen am Programm mehr als 1200 Bachelor-Studierende teil.

 

Zusammenfassung:

Laut zahlreicher Rückmeldungen zum Team-Learning-Programm gewannen die Teilnehmer Sicherheit sowohl im Umgang mit dem Lernstoff, als auch miteinander. Dies erleichterte ihnen den Einstieg in das Studium und sie machten oft die Erfahrung, dass das Lernen Spass machen kann, was sich letztendlich in einer hohen Beteiligungsrate an den bis zum Semesterende bestehenden Lerngruppen widerspiegelte.  

Die Auswertung des Programms auf der Basis der Propensity-Score-Methode zeigte, dass eine aktive Teilnahme am Team-Learning zu einer signifikanten Verbesserung der Klausurergebnisse der Beteiligten führte.

Die Unternehmensbesuche, die von Koordinatoren organisiert wurden, ermöglichten den Teilnehmern einen Einblick in die Praxis und wurden von den Teilnehmern gerne angenommen und geschätzt.

© 2004 - 2019 Natalie Gold. TEAM-LEARNING.